Umsichtige Pflege beschert langlebige Klinkerpflaster

Bei zweckgemäßer Wartung und Pflege bleibt ein Klinkerpflaster dauerhaft funktionsfähig und optisch attraktiv. Als Baustoff halten Pflasterklinker selbst unter starker Belastung mehr als 100 Jahre stand. Der Erhalt einer gepflasterten Fläche kann dabei mit vergleichsweise geringem Aufwand sichergestellt werden.

Damit notwendige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten frühzeitig vorbereitet werden können, bedürfen insbesondere Verkehrsflächenbefestigungen einer regelmäßigen Überprüfung. An erster Stelle steht die Inspektion der Fugen: Nicht ausreichend gefüllte Fugen können dazu führen, dass sich die auf eine Pflasterdecke einwirkenden Lasten nicht mehr gleichmäßig verteilen. In der Folge verschieben und verkanten sich einzelne Steine, das Klinkerpflaster wird uneben und schlimmstenfalls instabil. Je niedriger der Fugenfüllstand, desto weitreichender die Effekte. Erkennbare Auswirkungen können sich nach einschlägigen Untersuchungen bereits ergeben, wenn bezogen auf die jeweilige Steindicke ⅕ an Fugenfüllung fehlt. Nicht ausreichend gefüllte Fugen sollten daher zeitnah instandgesetzt werden, damit weit größere Folgeschäden gar nicht erst eintreten können.

Stauwasser signalisiert Handlungsbedarf

Unabhängig vom Zustand der Fugenfüllung, können Mulden oder Verkantungen innerhalb einer Pflasterdecke auch spezifische Ursachen haben. Dazu zählen vor allem in jüngster Zeit häufiger auftretende Starkregenereignisse, oder die Schäden weisen auf eine mangelhafte Ausführung der Tragschichten hin (unzureichende oder unregelmäßige Verdichtung, Fehler im Schichtenaufbau). Bei einer ungebundenen Verlegeform müssen dann in den betroffenen Bereichen alle Pflasterklinker aufgenommen werden. Nach Instandsetzung der Unterlage können intakte und gereinigte Steine wiederverwendet werden. In jedem Fall gilt es zu verhindern, dass andauernde Wasseransammlungen entstehen und sich örtlich begrenzte Schäden nach und nach weiter ausdehnen.

Stauwasser signalisiert Handlungsbedarf

Ausblühungen selten dauerhaft

Pflasterklinker sind Naturprodukte, die mechanischen wie auch chemischen oder biologischen Belastungen gegenüber extrem widerstandsfähig sind. Ohne die Stabilität des Materials weiter zu beeinträchtigen, können bestimmte Prozesse aber die optische Qualität der Steine beeinträchtigen. Dazu zählen vor allem Ausblühungen durch wasserlösliche Salze.

Ausblühungen machen sich in Gestalt weißer Ablagerungen auf der Steinoberfläche bemerkbar. Die Ablagerungen können als mehr oder weniger intensive Schlieren oder Flecken auftreten und haben ihren Ursprung praktisch immer innerhalb der Konstruktion einer Pflasterdecke. Ein Beispiel sind Tragschichten aus Recyclingmaterial (etwa Schlacke), das nach und nach wasserlösliche Salze an die Umgebung abgibt. Um Ausblühungen zu verhindern, sollte das eingesetzte Material daher stets vor Verwendung auf mögliche chemische Reaktionen hin überprüft werden. Bildet sich auf der Oberfläche von Pflasterklinkern kurz nach der Verlegung ein grauer Schleier, so handelt es sich meist nur um kurzzeitige Salzablagerungen, die nach dem nächsten Regenschauer von selbst wieder verschwinden bzw. durch Abfegen oder Abwaschen leicht entfernt werden können. Auch durch das Schichtmaterial oder bestimmte Fugenfüllungen bedingte Flecken sind selten von Dauer und lösen sich wieder auf, sobald die ursächlichen Substanzen „ausgewaschen“ sind. Nur wenn sich Ausblühungen als hartnäckig erweisen, sollte eine gezielte Beseitigung mit speziellen Steinreinigern oder mechanischen Hilfsmitteln erfolgen.

Nicht zu verwechseln sind Ausblühungen auf Pflasterklinkern mit ähnlich aussehenden Ablagerungen, die aufgrund unsachgemäßer Lagerung der Baustoffe ebenfalls entstehen können.

Hydrophobierung beugt Flecken vor

Während Ausblühungen bzw. Salzablagerungen auf offenen Pflasterflächen üblicherweise von selbst wieder verschwinden, verhält es sich mit überdachten Arealen etwas anders. Die Porosität der aus Ton gebrannten Pflasterklinker sorgt dort einerseits dafür, dass wasserlösliche Substanzen aus der Umgebung durch Kapillartransport die Steine durchwandern und sich an der Oberfläche ablagern. Andererseits können die Ablagerungen nicht auf natürlichem Wege (Regen) abgespült werden, sodass die Flecken mit der Zeit intensiver und größer werden.

Fortgesetzte Ausblühungen auf dauerhaft trockenen Pflasteroberflächen lassen sich zwar leicht durch regelmäßiges Abschrubben mit Wasser (ggf. unter Zusatz von gewaschenem Sand als Scheuermittel) beseitigen. Der zusätzliche Erhaltungsaufwand kann jedoch durch nachträgliche Hydrophobierung des Klinkerpflasters vermieden werden. Durch eine Hydrophobierung werden die Poren auf der Sichtseite der Steine mit einer speziellen und farblosen Substanz nachträglich versiegelt, sodass diffundierende Salze nicht mehr an die Oberfläche des Klinkerpflasters aufsteigen und sich dort ablagern können. Eine nachträgliche Hydrophobierung kann sich allerdings auch auf Materialeigenschaften wie Griffigkeit oder Rutschsicherheit auswirken; vor dem großflächigen Einsatz sollte das gewählte Hydrophobierungsmittel daher stets erst einmal auf einer kleinen Teilfläche ausprobiert und im Zweifel gegen ein alternatives Produkt ausgetauscht werden.

Hochdruckreiniger tabu

Im Alltag lassen sich Klinkerpflasterdecken mit einfachen mechanischen Hilfsmitteln leicht sauber halten – auf der Terrasse oder im eigenen Garten mit dem Besen, auf Straßenverkehrsflächen mit den üblichen Kehrgeräten. Klinkerpflaster mit Hochdruckreinigern zu bearbeiten oder mit leistungsstarken Geräten abzusaugen, ist jedoch keine gute Idee. In beiden Fällen besteht ein hohes Risiko, dass Fugenfüllungen beschädigt werden. Nach der Reinigung befindet sich die Fläche dann zwar wieder in einem optisch einwandfreien Zustand – die möglichen Folgeschäden können der anfänglichen Freude aber schnell ein Ende bereiten und schlimmstenfalls umfangreiche Reparaturen nach sich ziehen.

Eine Übersicht aller notwendigen und möglichen Erhaltungsmaßnahmen findet sich übrigens im „Merkblatt für die Bauliche Erhaltung von Verkehrsflächen mit Pflasterdecken oder Plattenbelägen in ungebundener Ausführung sowie von Einfassungen“ (M BEP), das im FGSV-Verlag erschienen ist.

Weitere Eizelheiten zu Erhaltung und Pflege ihres Klinkerpflasters finden Sie in der Technikbroschüre.

Technikbroschüre Klinkerpflaster

 

Art der Reinigung Lage der Fläche Fugenmaterial
von Hand (trocken) im Freien Baustoffgemische der Körnungen 0/4, 0/5, aber auch 0/2 und 0/3 aus gebrochenen oder ungebrochenen Gesteinkörnungen
von Hand (trocken) überdacht Baustoffgemische der Körnungen 0/4, 0/5, aber auch 0/2 und 0/3 (Fließkoeffizient Kategorie Ecs35) aus gebrochenen Gesteinkörnungen
maschinell (Kehren, Saugen, Spülen) im Freien Baustoffgemische der Körnungen 0/4, 0/5 aus gebrochenen Gesteinkörnungen (Anteil gebrochener Oberflächen Kategorie C90/3, Fließkoeffizient Kategorie Ecs35)

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