Solide Basis für Klinkerpflaster
Pflasterklinker von Vandersanden sind extrem langlebig und behalten auch unter dauerhafter Belastung ihre optische Attraktivität. Die Qualität eines Klinkerpflasters hängt aber nicht nur von der sichtbaren Oberfläche ab. Der Oberbau besteht vielmehr aus einer Reihe funktionaler Schichten, die anwendungsspezifisch gestaltet werden müssen.
Die Oberbauschichten einer Verkehrsflächenbefestigung haben die Aufgabe, statische und dynamische Lasten – in erster Linie von Fahrzeugen – aufzunehmen, horizontal zu verteilen und vertikal in den Untergrund abzuleiten. Fachgerecht geplant und ausgeführt, erreichen Klinkerpflaster problemlos die Nutzungsdauer von Verkehrsflächen konventioneller Bauart. Klinkerpflaster besitzt insgesamt ein gutes Verformungsverhalten und zeigt bei der Schubkraftaufnahme (horizontaler Verschiebungswiderstand) ebenso gute Ergebnisse wie andere Baustoffe (z.B. Naturstein). Bei der vertikalen Verformungsbeanspruchung bietet Klinkerpflaster sogar günstigere Werte, die sich mit zunehmender Zahl der Lastwechsel sogar noch weiter verbessern.
Sorgfältiger Oberbau sichert die Qualität
Die Qualität einer Pflasterdecke hängt wesentlich vom Oberbau und den Tragschichten ab. Die einzelnen Schichten müssen gleichmäßig tragfähig, eben und wasserdurchlässig sein. Da die Verbundwirkung erst durch die Füllung der Fugen erreicht wird, sollte möglichst ein Fugenmaterial mit bindenden Eigenschaften verwendet werden, z.B. Sand. Dabei gilt es zu beachten, dass für Tragschicht und Bettung nur Materialien infrage kommen, die keine ausblühfähigen Substanzen enthalten.
Entsprechend den Vorgaben der Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus (RstO) müssen Oberbauschichten von Verkehrsflächen mehrere Anforderungen erfüllen
- Frostsicherheit
- Ausreichende Tragfähigkeit
- Verformungsbeständigkeit (Standfestigkeit) während der geplanten Nutzungsdauer für die vorausgesetzte Verkehrsbelastung.
Da bei Pflasterbefestigungen während der Nutzungsdauer zumindest teilweise Oberflächenwasser in die Fugen eindringt, muss darüber hinaus für alle Schichten eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit sichergestellt sein, verbunden mit der notwendigen Erosionsfestigkeit. In jedem Fall empfiehlt sich die Ausarbeitung eines Entwässerungsplans, damit die Bildung von Stauwasser und sich daraus ergebende Folgeschäden ausgeschlossen werden können.
Tragschichten und Bettung
Zur Aufnahme der Verkehrslasten und als Voraussetzung für den Einbau und die Verdichtung der ersten Tragschicht, muss der Untergrund/ Unterbau ausreichend tragfähig und verformungsbeständig sein sowie geeignete Verdichtungsgrade aufweisen. Das Planum darf nur befahren werden, wenn dadurch keine schädlichen Strukturänderungen entstehen, die den Wasserabfluss behindern könnten. Nach den Vorgaben der ZTV Straßenbau muss das Planum profilgerecht, eben und tragfähig hergestellt werden, die Abweichung von der Sollhöhe darf bei Einbau einer darüber liegenden Schicht ohne Bindemittel nicht mehr als ± 3 cm betragen. Die Querneigung des Planums sollte der Querneigung der Pflasterdecke entsprechen, mindestens aber 2,5 % betragen. Nur wenn der Untergrund/Unterbau aus einem wasserempfindlichen Boden besteht, kann die Querneigung mit einem Mindestwert von 4,0 % ausgeführt werden.
Damit über die Fugen und die Tragschichten versickertes Wasser in den Boden weitergeleitet werden kann, muss der Untergrund/Unterbau eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit aufweisen. Ist das Planum gefroren, darf darauf übrigens keine Pflasterbefestigung verlegt werden.
Die Bettung wird üblicherweise mit Sand, Splitt oder einem Gemisch aus Brechsand und Splitt angelegt und sollte nach erfolgter Verdichtung zwischen 3 und maximal 5 cm hoch sein. Mittlerweile werden Tragschichten häufig auch aus Recycling-Baustoffen hergestellt, die je nach Zusammensetzung aber ausblühende Eigenschaften besitzen können und daher als Untergrund für Pflasterklinker eher ungeeignet sind. Abhängig von der Beschaffenheit der verwendeten Pflasterklinker, muss das Bettungsmaterial stets überhöht eingebracht werden, damit die vorgesehene Schichtdicke trotz Verdichtung erreicht werden kann.
Üblicherweise werden Tragschichten ohne Einsatz von Bindemittel hergestellt; im Einzelfall kann es je nach beabsichtigter Flächennutzung aber auch erforderlich sein, Klinkerpflaster in gebundener Ausführung in einem Mörtelbett zu verlegen und dadurch eine vollständig geschlossene Oberfläche zu erzeugen. Dabei handelt es sich allerdings um Sonderkonstruktionen, die in der Praxis eher selten vorkommen (z.B. bei außergewöhnlich hoher Druckbelastung des Klinkerpflasters).
Pflasterdecke
Die Pflasterdecke setzt sich zusammen aus dem Klinkerpflaster, der Bettung und der Fugenfüllung. Die Anforderungen an Klinkerpflaster, Bettungs- und Fugenmaterialien werden in den Regelwerken ATV DIN 18 318 und TL Pflaster-StB definiert. Festlegungen zum Vorgehen bei der Herstellung von Pflasterdecken und Plattenbelägen sowie Anforderungen an die Ausführungsqualität finden sich ergänzend zur DIN 18318 in den ZTV Pflaster-StB. Vor Beginn der Herstellung der Pflasterdecke ist zu prüfen, ob die Unterlage den Anforderungen des Technischen Regelwerks entspricht. Maßgebliche Kriterien sind
- Die Tragfähigkeit
- Die Verdichtungsqualität
- Die Wasserdurchlässigkeit
- Die planmäßige Höhenlage, Neigung und Ebenheit
Fugenmaterial
Das Fugenmaterial sollte sich leicht in die Fugen einkehren lassen, andererseits aber einen hohen Widerstand gegen Austragen besitzen, sodass auch bei späterer intensiver Reinigung die Fugen möglichst vollständig gefüllt bleiben. Von besonderer Bedeutung ist außerdem die Filterstabilität des Fugenmaterials gegenüber dem Bettungsmaterial. Ist die Filterstabilität nicht gegeben, kann Fugenmaterial in die Bettung eindringen. Die Fugen bleiben dann nicht dauerhaft gefüllt und die Lagestabilität der Pflasterfläche ist nicht mehr gewährleistet. Die Fugenbreite orientiert sich an der Art der Verlegung und beträgt bei flacher Verlegung typischerweise 3 bis 5 mm, bei weniger stark belasteter Flächennutzung oder bei Verlegung im Mörtelbett sind auch Breiten bis zu 10 mm möglich.
Weitere Einzelheiten und Specifikationen zur Beschaffenheit des Oberbaus finden Sie in der Technikbroschüre.