Neuer Ellener Hof Bremen: Pflasterklinker für Wohlfühlatmosphäre

Sozial-ökologisches Modellquartier mit Pflasterklinkern von Vandersanden

Im Osten der Hansestadt Bremen entsteht südlich der Ludwig-Roselius-Allee ein ganz neues Stadtquartier. Gleich neben dem Friedhof des Stadtteils Osterholz sind die ersten Projekte schon realisiert. Nachhaltigkeit gehörte zu den wichtigsten Anforderungen für die Planer – da passte es gut, für Freiflächen bei einem der ersten Projekte Pflasterklinker aus dem Hause Vandersanden zu verwenden.

Das Grün des Rasens und das Rot des Pflasters – das ist einfach stimmig.


Für ein so großes Bauvorhaben ist das ein ganz ordentliches Tempo. Erst im Jahre 2015 erfolgte der Startschuss für das Quartier Stadtleben Ellener Hof, berichtet Projektleiterin Mojdeh Mahmoudi. Zunächst ging es um einen Rahmenplan für ein ganzes Quartier südlich der Ludwig-Roselius-Allee im Stadtteil Osterholz. Inzwischen sind die ersten Projekte schon realisiert, unter anderem ein Wohnheim für Studenten.

Hinter dem Gesamtprojekt steht die Bremer Heimstiftung. Die hat sich dafür entschieden, ein sozial-ökologisches Modellquartier zu entwickeln, mit einer Vielzahl von Partnern und unterschiedlichen Einrichtungen. 

Die meisten werden auf Flächen realisiert, die die Heimstiftung in Erbpacht vergeben hat, einige Projekte setzt die Heimstiftung auch selbst um. Unter anderem entstehen etwa 500 Wohnungen in Holz-Hybrid-Bauweise.

Bereits weit fortgeschritten ist ein Gebäudekomplex im Norden des Quartiers, gleich südlich angrenzend an die Ludwig-Roselius-Allee. Es handelt sich um drei Gebäude, die sich um einen hinreißenden Innenhof gruppieren. Untergebracht sind dort eine Kindertagesstätte, eine Niederlassung der AOK Bremen/Bremerhaven und natürlich Wohnungen.

Große, offene Flächen für das Gemeinschaftsleben

Zu den besonderen Qualitäten des Gebäudekomplexes gehört zum Beispiel der erwähnte Innenhof. In diesem sind die Terrassen der angrenzenden Wohnungen integriert, zu einem großen Teil ist die Fläche aber öffentlicher Bereich für das Gemeinschaftsleben. Sie befindet sich auf dem Niveau des ersten Obergeschosses, darunter sind in einer Tiefgarage die notwenigen Parkplätze untergebracht.

 

Viel Grün im Stadtbereich – das ist bei Neubauprojekten im Zeichen des Klimawandels ein Muss.
Große, offene Flächen für das Gemeinschaftsleben

Die befestigten Flächen mit Pflasterklinkern zu gestalten, diese Entscheidung war recht schnell gefallen. „Wir wollten aus ökologischen Gründen nicht so gerne Beton“, sagt Planerin Wiebke Schulze von der Hamburger Niederlassung des in Bonn ansässigen Büros RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten.

Wiebke Schulze weist außerdem darauf hin, dass Klinker auch das haltbarere Material sind. Vandersanden gibt die Lebensdauer seiner Klinker mit durchschnittlich 135 Jahren an und weist darauf hin, dass sie zu 90 Prozent wiederverwendet werden können. Für Planerin Wiebke Schulze ist es zudem ein Auswahlkriterium, dass sich im Laufe der Jahrzehnte die Farbe nicht ändert. Es gibt also auch unter optischen Gesichtspunkten keinen Grund, warum diese Pflasterung nicht viele Jahrzehnte ihren Dienst tun sollte. Die Entscheidung fiel auf Novara Antica aus dem Vandersanden-Sortiment im Format WF60. Der Clou: Die Höhe der Klinker liegt bei lediglich 60 Millimetern, was der Umwelt zugutekommt. Denn die Stärke der Ziegel ist genau für diesen Anwendungszweck optimiert und durch die Dematerialisierung der Klinker spart Vandersanden Rohstoffe und Energie beim Brennen.

Die Entscheidung fiel auf Novara Antica aus dem Vandersanden-Sortiment im Format WF60. Der Clou: Die Höhe der Klinker liegt bei lediglich 60 Millimetern, was der Umwelt zugutekommt.

Aufenthaltsqualität durch nostalgische Pflasterklinker garantiert

Umso besser, wenn sich solche Überlegungen mit anderen Anforderungen gut vereinbaren lassen – gemeint ist in dem Fall, dass das Klinkerpflaster auch am besten zur Nutzung des Bereichs passt. Durch ihre Optik nämlich tragen die Wege und die weiteren gepflasterten Flächen auch zur Aufenthaltsqualität bei. Und um die geht es ganz besonders in einem solchen Innenhof, in dem Kinder spielen, in dem eine Boule-Bahn genutzt wird, in dem die Bewohner Austausch und soziales Miteinander pflegen. Das funktioniert einfach alles besser, wenn dem Auge attraktive Reize geboten werden.

Und auch – wenn nicht sogar gerade – haben es viele Nutzer in einem Neubau gerne auch ein wenig nostalgisch, zumindest als Kontrast. „Pflasterklinker erwecken diese nostalgische Stimmung durch ihren rustikalen Charme. Denn diese hier sind gleich nach dem Brennen im Werk im niederländischen Kessel gerumpelt worden“, berichtet Vandersanden-Außendienstler Thorsten Klemke.

In der Treppenanlage bilden die gepflasterten Absätze einen reizvollen Kontrast zum Beton.


Bei diesem Verfahren entstehen unregelmäßig Abplatzungen an den Ecken und Kanten der Ziegel, ganz nach dem Zufallsprinzip. Charakteristisch für diese im Strangpressverfahren hergestellten Pflasterklinker sind ihre glatten Oberflächen. Bei der Verlegung entsteht ein sehr gleichmäßiger Eindruck – der eben sehr stark verändert wird, wenn die Steine gerumpelt wurden.

„In den Niederlanden werden diese Klinker traditionell häufig verwendet, in Deutschland breiten sie sich immer mehr und immer schneller aus“, rapportiert Vandersanden-Vertriebsmann Klemke. „Sie sind sehr universell einsetzbar, hier fügen sie sich wunderbar im Innenhof ins Gesamtbild“, so Klemke.

Natürlicher Charakter gerumpelter Klinker passt zum ökologischen Anspruch

Und die Pflasterflächen aus gerumpelten Klinkern korrespondieren wegen ihres eher untechnischen, fast natürlichen Charakters auch besser mit den ökologischen Ansprüchen. Viel Grün gibt es, alleine schon um das Kleinklima zu verbessern – dass dies immer wichtiger wird, darauf braucht eigentlich kaum noch hingewiesen zu werden. Ein besonderer Clou ist, dass die Bäume natürlich auf dem Bodenniveau des Erdgeschosses gepflanzt sind, die Stämme aber durch die Löcher den auf dem Niveau des ersten Stocks gelegenen Innenhof erreichen. Gedacht haben die Planer übrigens auch daran, vor allem die Wiesen insektenfreundlich zu halten. Und auch die Beleuchtungstechnik ist darauf ausgerichtet. Nachhaltigkeit kennt eben sehr viele Aktionsfelder.

Einfach gemacht habe man es sich bei der Auswahl der Pflasterklinker nicht, berichtet Planerin Schulze. „Wir haben im Büro viele Kartons ausgepackt“, erinnert sie sich an den Planungsprozess. „Man muss die Ziegel direkt anschauen und auch anfassen“, sagt die Landschaftsarchitektin. Viele Proben, viele Fotos haben die Entscheider in die Hand genommen.


Dass die Planer ein wenig mit der Qual der Wahl zu kämpfen hatten, lag aber auch an Vandersanden. Der Ziegelhersteller bietet alleine in der im Strangpressverfahren hergestellten Klinker-Serie Antica nicht weniger als dreizehn verschiedene Farben an. Es gibt Pflasterklinker in hellerem und dunklerem Grau, andere kommen noch dunkler, wieder andere rötlich oder auch eher beige daher. Wenn man möchte, kann man auch mischen.

Das war in diesem Falle aber nicht angesagt. „Wir wollten es nicht zu bunt, aber auch nicht zu eintönig“, beschreibt Wiebke Schulze ihre Überlegungen. Zu wild sollten die Oberflächen auch nicht werden, aber eine changierende Optik war schon gefragt. „So etwas ist ein langer Prozess.“ Der Bauherr sei auch mit der vorgeschlagenen Auswahl einverstanden gewesen, freut sie sich. Außerdem verweist Planerin Wiebke Schulze an dieser Stelle auch noch auf das ausführende Unternehmen: „Die Bremer Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer von F.C. Peppler GmbH & Co. KG haben hier wirklich großartige Arbeit geleistet.“

Die Pflasterklinker werden am Ende des Herstellungsprozesses getrommelt.

Bei der Material- und Farbauswahl haben die Verantwortlichen natürlich immer auch im Auge, was sich baulich rundherum abspielt. An den Fassaden der Häuser dominiert vorvergrautes Holz, und dazu sollte ein farblicher Kontrast her. So drängte sich ein roter Farbton geradezu auf. Und schließlich habe man bei einer Farbe bleiben wollen, die in der Region als typisch gelten kann – Rot eben.

Auch bei der Auswahl der Verlegeart der Pflasterklinker haben sich die Planer an den regionalen Traditionen orientiert. Wie Wege wurden in einem einfachen Läuferverband gestaltet – das ist der Verband, der sich am wenigsten in den Vordergrund drängt. Für die Terrassen als die nur privat zugänglichen Bereiche aber sollte ein anderer Verband her. Auf diese Weise werden die Flächen unterscheidbar, ohne aber die Farben wechseln zu müssen.

Die Entscheidung fiel dafür auf den klassischen Fischgrät-Verband. Als dessen wichtigster Vorteil wird gewöhnlich die besondere Stabilität herausgestellt – die rechtwinklig zueinander verlegten Steine stützen sich gegenseitig auch bei größeren Belastungen. Bei Terrassenflächen ohne Fahrzeugverkehr war das aber nicht ausschlaggebend. Schon eher spielt eine Rolle, dass dieser Verband eine unterschiedliche Optik erzeugt, an der das Auge einfach gerne hängen bleibt. Keine Frage, der gelungene Einsatz der Vandersanden-Klinker in diesem Bereich wird den Planern weiterer Projekte im Quartier Ellener Hof wichtige Anregungen geben.

Projektdaten

  • Adresse - Ludwig Roselius-Allee, Bremen-Vahr (DE)
  • Projekt - öffentlicher Raum
  • Auftraggeber - Bremer Heimstiftung
  • Architekt - RMPSL Landschaftsarchitekten
  • Auftragnehmer - F.C. Peppler GmbH & Co. KG
  • Jahr der Fertigstellung - 2021
  • Verwendete Produkte - Novara Antica WF60 flach verlegt

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