Große Gestaltungsfreiheit mit dem E-Board®-Fassadensystem
Die große Gestaltungsfreiheit des E-Board®-Fassadensystems zeigt sich unter anderem bei dem vierstöckigen Wohnhaus in der Bellavistastraat im Amsterdamer Stadtteil „Amstelkwartier“. Die gesamte Fassade und sogar der große Erker an der Vorderseite haben die kreativen Architekten vom Architekturstudio YAA aus Amsterdam mit Riemchen verkleidet. Die Entscheidung für das E-Board®-System von Vandersanden ermöglichte es Studio YAA, sich vollkommen auszutoben.
Das Wohngebäude befindet sich in einer besonders attraktiven Lage, direkt gegenüber dem Park und dem schönen Wasserturm des ehemaligen Zuidergas-Geländes. Für die Gestaltung des „Grundstücks 4d“ wurde den Kreativen ein strenger Bebauungsplan auferlegt. „Dieses Wohngebäude mit vier Wohnungen wurde im Auftrag der Genossenschaft CPO | AmstelDream gebaut. Die Amsterdamer Stadtverwaltung stellte für dieses Grundstück sehr strenge Auflagen an die Gestaltung. Da die Auftraggeber innerhalb der vorgegebenen Bebauungsgrenzen möglichst viel Wohnraum schaffen wollten, fiel die Entscheidung auf eine möglichst schlanke Fassade. Aber wie geht das, wenn das Gebäude möglichst energieneutral mit zweischaligen Außenwänden ausgeführt werden soll? „Die Lösung für diese Herausforderungen fanden wir in dem E-Board®-System von Vandersanden“, sagt Architektin Yvonne Modderman, die 2021 zusammen mit der Architektin Annika Hermann das Studio YAA in Amsterdam gegründet hat. „Wir haben dieses Gebäude von 2017 bis 2019 gemeinsam entworfen, obwohl wir zu dieser Zeit noch als unabhängige Architekten arbeiteten.“
Da innerhalb der vorgegebenen Bebauungsgrenzen möglichst viel Wohnraum geschaffen werden sollte, fiel die Entscheidung auf eine möglichst schlanke Fassade. Die Lösung fanden wir im E-Board®-System von Vandersanden.
Energieneutraler Wohnblock
Der quadratische Wohnblock mit vier Wohnungen steht auf 15 x 15 Metern Grundfläche und misst 16 Meter Höhe. Die Bruttogeschossfläche beträgt 1.125 Quadratmeter und das Gebäude verfügt über eine halb vertiefte Parkgarage auf der Gebäuderückseite. Die vordere Fassade zeichnet sich durch einen großen Erker im ersten Stock aus. „Wir haben einen eindrucksvollen Eingang in der Mitte der straßenseitigen Fassade gewählt. Darüber hinaus sind die Fassaden aus Vandersanden-Riemchen. In Verbindung mit den Pfeilern und dem Erker entsteht eine gewisse Monumentalität. Das Gebäude passt daher gut zu den ursprünglichen Häusern des Zuidergas-Geländes auf beiden Seiten des Grundstücks“, so Annika Hermann.
Mit einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, Wärmerückgewinnung, Fußbodenheizung, Photovoltaik-Panels auf dem Dach und einer umfassenden Isolierung ist das Gebäude energieneutral. Außerdem liegt der GPR-Score bei durchschnittlich 8.
E-Board®-Fassadensystem
Die Architektinnen entschieden sich für das E-Board®-Fassadensystem nach Kontakt zu Vandersanden. Die gewünschte Detaillierung ließ sich mit diesem Fassadensystem perfekt umsetzen. Yvonne Modderman: „Danach besuchten wir sogar die Fabrik und ließen Probeplatten anfertigen.“
Die Basis besteht aus einer ATG-zertifizierten Styroporplatte, die bei Neubauten an der Innenwand angebracht wird, bei Renovierungen aber auch an einer bestehenden Außenwand. Bei dem Projekt in Amsterdam besteht die innere Hohlwand aus Kalksandstein. Die E-Board®-Dämmplatten sind in verschiedenen Dicken erhältlich, von 40 mm bis zu 306 mm. Letztlich kann man aus mehr als hundert verschiedenen Farben für die Riemchenfassade wählen.
Das E-Board®-System bietet zahlreiche Vorteile. So wiegt beispielsweise herkömmliches Mauerwerk etwa 180 kg/m², während E-Board® mit nur 35 kg/m² viel leichter ist. Yvonne Modderman ergänzt: „Das geringe Gewicht ermöglicht enorme Einsparungen bei der Dimensionierung der Konstruktion. Aber für uns war der Hauptfaktor der Raumgewinn, weil man mit E-Board® sehr schlanke Fassaden realisieren kann.“
Die Wahl des E-Board®-Fassadensystems wurde ebenfalls in der Vereinbarung mit dem Bauunternehmer festgelegt: Hoogheide Bouw. „Der Bauunternehmer durfte nicht von diesem System abweichen. Wir haben alle Details festgelegt, da Vandersanden sonst keine Garantie hätte gewähren können. Das war für die Baufirma etwas gewöhnungsbedürftig, aber es hat funktioniert.“
Abwechslungsreiches Fassadenbild
Die Wahl der richtigen Riemchen war eine weitere Herausforderung, aber am Ende wurde es Ligure. Dieses Handform-Riemchen besteht zu 100 Prozent aus natürlichen Rohstoffen und hat sehr nuancierte, vielfältige Farben. Die Grundfarbe ist Gelb, ansonsten finden sich braune, weiße, blaue und anthrazitfarbene Akzente an der Fassade. Neben einigen Fensteröffnungen in der Seitenfassade sehen wir auch Bereiche mit einem vertikalen Mauerverband. Die Riemchen haben außerdem eine besandete, zart gemaserte Textur, die der Fassade ein lebendiges Aussehen verleiht und sich gut in die historische Umgebung einfügt.
Durch die leichte Reliefierung erhält die Fassade eine zusätzliche Dimension. Annika Hermann erläutert: „Wir mögen charakterstarke und strukturierte Fassaden. Wir suchen daher nach Tiefen und Schattierungen, kombiniert mit Handform-Verblendern in einem abwechslungsreichen Farbschema und klar definierten Fugen . Außerdem haben wir die Flächen der Fassade durch Pfeiler unterteilt; mit einer Tiefe von 60 mm. Auf den großen Flächen haben wir eine weitere Relief-Ebene mit einer Tiefe von zwei Riemchen-Dicken. Die senkrechten Pfeiler konnten wir durch dickere Dämmplatten realisieren lassen. Außerdem haben wir schlanke, raumhohe Fensterrahmen aus Aluminium gewählt, die fast in der Fassade verschwinden.“ An der Frontseite des Gebäudes haben wir Gartenmauern aus der gleichen Art von Stein errichtet, und an der Gebäudeseite sehen wir die Riemchen an den Stützmauern an der Einfahrt zur Parkgarage.
Sind das denn nun echte Mauersteine? „Nein, auch die kleinen Mauern und Stützmauern hat Vandersanden mit dem E-Board®-System und denselben Riemchen realisiert. Das merkt man aber erst, wenn man darauf klopft“, lacht Annika Hermann. Die Architektin schließt ab: „Wir ziehen das E-Board®-Fassadensystem nun auch in Überlegungen für weitere Projekte ein. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit zu einer Wiederholung!“
Text: ing. Frank de Groot – Bild: Henri Boer Fotografie
Projektdaten
- Architekt: Annika Hermann und Yvonne Modderman // Studio YAA
- Ort: Bellavistastraat, Amsterdam
- Bauherr: CPO | AmstelDream
- Eingesetzter Verblender: Ligure
- Fassadensystem: E-Board®